FAQ:
Warum fotografierst Du ständig lächelnde Menschen?

Ich habe vor Jahren einen Bericht über einen japanischen Handwerker und Designer gesehen, dessen Lebensinhalt es war, eine kleine Teeschale aus Ton gestalterisch zu optimieren. Dieser Mann hat mich stark beeindruckt. Es war für mich das Schlüsselerlebnis, dass die Perfektion eines Details mehr Befriedigung bereitet, als sich auf allen Plätzen zu tummeln. Ich habe irgendwann festgestellt, dass meine Fotos von Menschen mir mehr liegen, als die Landschafts- oder Makrofotografie. Ich habe Respekt vor allen, die Könner auf Ihrem Gebiet sind. Ich fotografiere Menschen auf der Strasse. Obwohl noch weit von meinen Zielen entfernt, habe ich noch immer sehr viel Freude daran.
Meine Reisen führen z.Zt. eher in dicht bewohnte Städte, als in verlassene Bergregionen oder an Strände. Nach drei Reisen nach Indien, bzw. Nepal (2003 bis 2005) kann ich mir jedoch vorstellen, demnächst eine etwas ruhigere Region aufzusuchen.
Meine Bilder von Menschen entstehen selten unbemerkt. Das formatfüllende Portrait mit einem 90mm Objektiv bringt eine Aufnahmedistanz von ca. einem Meter mit sich. Hierzu ist eine Kontaktaufnahme gewollt und unumgänglich. Die Kontaktaufnahme erfolgt i.d.R. zuerst durch ein freundliches Lächeln meinerseits. Hiernach hebe ich bei Absicht zum Fotografiern als unmissverständliches Zeichen die Kamera. Spreche ich die Sprache des Gegenüber, wird natürlich gesprochen (-:. Wird mein Lächeln erwiedert, interpretiere ich dies als Einverständnis zum Fotografieren. Das Bild entsteht. Nur selten ergibt sich aus der Situation keine Unterhaltung. Ich sehe keinen Grund, eine Stimmungslage zu erzeugen, die das Lächeln gefrieren lässt. Am heimlichen Fotografieren aus dem Hinterhalt kann ich keinen Gefallen finden.
Für unauffälliges Fotografiern ohne sich zu verstecken habe ich Verständnis. Jede private Person hat das Recht, ein Abbild zu verweigern.

Warum fotografierst Du nicht die reale Situation, bzw. die Personen im Kontext ihrer sozialen Umgebung?
Mein Ziel ist ein ästhetisch ansprechendes Bild. Ich fühle mich nicht beauftragt und bin nicht interessiert, Leid oder schwierige Lebensumstände darzustellen. I.d.R. versuchen gerade die Menschen, die unter schwierigsten Bedingungen leben, ihre Umgebung möglichst vorteilhaft darzustellen. Ich fordere nicht dazu auf, Schattenseiten zu zeigen und suche hierzu auch keine Slums, Krankenhäuser oder Gefängnisse auf.
Ich verschliesse nicht die Augen, vermarkte aber nicht die leider häufig anzutreffenden Schattenseiten dieser Welt.
Ich fühle Unbehagen, wenn kommerzieller Erfolg mit der bildnerischen Darstellung von Leid angestrebt wird.

Warum reist Du in Länder der dritten Welt?
Mich interessiert zur Zeit das, was anders ist, als unsere eigene Kultur. Ich suche landestypische Traditionen wie Kleidung, Musik und Theater. Solange es meine Gesundheit zulässt (Geburtsjahr 1953), möchte ich die entferntesten Winkel auch unter schwierigen Bedingungen aufsuchen. Reisen ins eigene Land und Mitteleuropa spare ich mir für die Zeit danach auf. Trotzdem versuche ich an verlängerten Wochenenden möglichst viel in der näheren Umgebung zu sehen.

Wie reist Du?
Meist reise ich mit dem Rucksack und übernachte in einfachsten Unterkünften. Nach Möglichkeit benutze ich öffentliche Verkehrsmittel. Ich vermeide es, selbst ein Fahrzeug zu führen.
Wichtig ist für mich, dass das von mir eingesetzte Geld im Zielland ausgegeben wird und bleibt. Mit der Prämisse, das der Weg das Ziel darstellt, kommt man dem Ziel nahe und lernt dabei viele Menschen kennen.

Wie organisierst Du deine Reisen?
Die vorbereitende Organisation besteht aus der Auseinandersetzung mit der Kultur des Ziellandes und dem Kauf eines Flugtickets. Die verbreiteten Reiseführer, besonders aus dem Verlag 'Lonely Planet' enthalten i.A. genung Information, um sich im Reiseland zurechtzufinden.

Wozu brauchst Dueine HomePage?
Die HomePage ist der Ersatz für das Photoalbum. Die HomePage brauche ich nicht mit mir herumzutragen, sie ist heute fast in der ganzen Welt present. Ich benutze sie auch, um auf nicht öffentlichen Seiten den Photographierten ihre Ab(Bilder) zukommen zu lassen.